Traum, Chance, Hoffnung

Das Abenteuer ist zu Ende.

Eine schöne Reise mit vielen unterschiedlichen Erlebnissen. Die Erkenntnis, daß man gut auf so engerem Raum leben kann. Dass man mit wesentlich weniger Platz und Komfort auskommt, es sogar genießt. Jeden Tag (oder fast jeden) ein neuer Hafen, eine andere Umgebung, neue Eindrücke, andere Menschen, andere Sprachen. Die Konstanten sind das Schiff und der Partner und so wird die Zweisamkeit wichtiger. Die Auseinandersetzung mit Wind und Wellen machen einem die Kräfte der Natur bewußt und relativieren das eigene Ich. Ich, Rita musste Angstgrenzen überwinden und fühle mich dadurch gestärkt. Nachdem wir den Motorschaden, den Schaden an der Sintra und den Skagerak gemeistert hatten, kam sogar ein wenig Stolz auf.

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Wir waren nun insgesamt 7 Wochen und drei Tage, also 53 Tage auf der Sintra.
Für den Toern haben wir 5 Wochen und 2 Tage,  also 37 Tage gebraucht.
Die Hinfahrt dauerte genau 2 Wochen, mit 2 Hafentagen in Gedser und Roedvig.
12 Tage waren wir in Norwegen an Land.
11 Tage dauerten die Rückfahrt, mit einem Hafentag in Sæby.

Wir haben 920 sm zurück gelegt in 22 Tagen. Das ergibt eine durchschnittliche Tagesleistung von 42 sm.

Sintra – Traum, Chance, Hoffnung?
Ja es war ein Traum und wir haben die Chance genutzt, diese Herausforderung anzunehmen. Die Hoffnung bestand darin, dieses Abenteuer zu meistern.

Endspurt: Grossenbrode bis zum Heimathafen

Die Sonne scheint, daß Wasser glitzert als wir Grossenbrode gegen 9 Uhr verlassen. Und dann sorgt ein stetiger Wind für 4-5 kn Fahrt. Ein schöner letzter Tag auf See!
Wir überqueren die Lübecker Bucht, auf der am heutigen Sonntag bei strahlendem Sonnenschein und gutem Wind viele Schiffe unterwegs sind. Vorbei an Travemünde können wir selbst die Trave mit der Genua fahren. Kurz nach Travemünde treffen wir unsere Bootsnachbarn vom Verein und werden schon hier herzlich willkommen geheißen. Dann biegen wir ab zur alten Trave und treffen zum letzten Mal die Vorbereitungen zum Anlegen im Heimathafen. Die Nachbarn geben die Vorleine an Bord und dann müssen wir erzählen, wie es war. Weitere Vereinsmitglieder heißen uns willkommen und es fühlt sich gut an, wieder im Heimathafen zu sein.
Mit einem Besuch beim Griechen mit einem leckeren Essen und einigen Ouzos beenden wir den Tag.
Es ist geschafft und es war wunderbar. Das Häuschen zu Hause wird uns sehr groß vorkommen.

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Auf Maasholm folgt Grossenbrode

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Gestern Abend haben wir noch ein kleines nettes Restaurant gefunden und uns mit Matjes verwöhnen lassen.  Am Morgen haben die ersten frischen deutschen Brötchen die Wehmut über das nahende Ende unseres Toerns etwas gemildert. Wir verlassen Maasholm gegen 9 Uhr durch die gut betonnte Ausfahrt mit der „Nis Randers“, dem Seenotrettungskreuzer der seinen Heimathafen in Maasholm hat. Es ist etwas bewölkt und wir können nach einer Stunde den Motor abschalten, weil wir mit Fock und Genua mit 5kn gut vorankommen.

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Heute hat Rita etwas mehr Angelglück: Zuerst beißt ein kleiner Hornhecht, dann eine Makrele und zum Schluß ein größerer Hornhecht an. Nun ist Kaffeegenuss mit frischem Butterkuchen, sehr lecker.

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Dann kommt die Fehmarnsundbrücke in Sicht und es immer wieder faszinierend zu sehen, wie wir mit diesem hohen Mast unter der Brücke durchfahren.

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Um 19:45 Uhr erreichen wir Grossenbrode und stellen erstaunt fest, daß wir heute 52 sm geschafft haben. Hier gibt’s mal wieder ein Kontrastprogramm mit sehr lauter Livemusik. Mit einer Bratwurst in der Hand flüchten wir uns an den wunderschönen Sandstrand, genießen den feinen Sand und halten die Füße ins Wasser.

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Sønderborg ade

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Vorbei am Leuchtturm Falshöft, der Jockel läuft und bringt uns mit 4,5 kn weiter Richtung Süden. Heute Vormittag war erst eine kleine Shoppingtour angesagt. Vielleicht kann Rita ja noch ein nettes Mitbringsel für die Lieben daheim finden. Über unser heutiges Ziel Maasholm konnte währenddessen der Regen herüber ziehen. Jetzt haben wir wieder Sonne, aber keinen Wind. Und dann passieren wir die deutsch-dänische Grenze. Nach fast einem Monat sind wir wieder in Deutschland.

Aber nach drei Stunden scheint jetzt doch etwas zu kommen. Da wollen wir doch schnell wieder die Segel auspacken.
Ja, jetzt ist wieder alles ruhig. Das Wasser gluckert und plätschert am Rumpf und wir fahren kaum langsamer als vorher. Es geht vorbei an fast leeren Sandstränden. Die Fische wollen immer noch nicht beissen oder sind zu faul den 4 kn schnellen Ködern zu folgen. Aber nach 20 Minuten ist der Spaß vorbei. Die Maschine muss wieder ran.

Inzwischen sind wir in Maasholm an der Schlei angekommen. Wir liegen im Fischerhafen. Hier fühlen wir uns wohler als zwischen den ganzen aufgetakelten Segel- und Motoryachten auf denen auch nicht selten Party angesagt ist.

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S

Morgen wollen wir nochmal einen größeren Schlag bis Fehmarn machen, um dann übermorgen die Schlussetappe anzugehen.

ASSENS bis Sønderborg

Heute wachen wir spät auf und frühstücken an Bord. Kurz vor 10 Uhr – nach einem Plausch mit den netten Nachbarn aus Süddeutschland – legen wir ab. Die Genua schafft 5, auch mal 6  kn und so kommen wir gut voran. Bald ist Als in Sicht und wir beschließen einen Abstecher nach Dyvig zu machen. Unser Hafenbuch sagt zu Dyvig: Viele Segler betrachten die Bucht als eine der landschaftlich schönsten in Dänemark. Daher ist dieses Gebiet im Sommer oft überlaufen. Das können wir nur bestätigen. Wir fahren mit mehreren Segelschiffen durch die wunderschöne Bucht. Von weitem schon sieht man viele Segelboote und ein nett gebautes Hotel.

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Auch den Kühen scheint es hier zu gefallen.

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Wir wollen heute noch nach Sønderborg und fahren wieder aus der Bucht raus und vom Als-Fjord in den Als-Sund. Bald fahren wir unter der ersten Brücke durch die Als mit dem Festland verbindet. Noch eine Biegung und wir sehen Sønderborg und die Klappbrücke. 17 Uhr soll die nächste Öffnung sein. Tatsächlich öffnet sie, vier Schiffe fahren durch und dann schließt sie wieder. Die Besatzungen der restlichen drei Schiffe sind ziemlich verärgert. Wir machen vor der Brücke fest und gehen etwas Kaltes trinken. Hier scheint Oldtimertreffen am Schloss zu sein und wir sehen viele alte Autos und Motorräder. In einem Steakhaus mit Blick zum Schloss essen wir und schauen dem regen Treiben im Hafen zu. Dann bringen wir die Sintra tatsächlich noch auf die andere Seite der Brücke, machen fest und genießen den Blick aufs Schloss.

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Von Middelfart durch den Kleinen Belt

Und heute morgen ist die Sonne wieder da. Die Kuchenbude muss noch etwas trocknen und so frühstücken wir gemütlich an Bord. Der kleine Hafen ist über Nacht ziemlich voll geworden und wir sehen einige Schiffe ablegen, auch ein holländisches Plattbodenschiff.

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Um 9:15 Uhr legen auch wir ab. Den ursprünglichen Plan Dyvig auf der Insel Als anzusteuern geben wir auf und wollen nun in Assens auf Fünen anlegen. Wir kommen gut mit segeln voran. Nur kurz vor dem Hafen kommt der Motor zum Einsatz und wir legen kurz nach 16 Uhr an.
Ein sehr großer Yachthafen und gut organisiert. Wir schauen uns das Städtchen an und essen eine Kleinigkeit auf der Hafenterrasse. Insgesamt sind wir von der Stadt ein wenig enttäuscht. Aber die Sonne scheint noch so schön und wir können noch bis etwa 21 Uhr im Cockpit die Abendsonne genießen.
Während ich den Blog schreibe entdeckt Reiner eine kleine Quitscheente.

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Hou nach Middelfart

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Auch in Hov haben wir einen schönen Sonnenaufgang. Die Windvorhersage von gestern S-SO 4, in Böen 5-6. Heute nochmal genau die Windkarte studiert und entschieden: wenn wir früh fahren, wird es vielleicht nicht ganz so schlimm. Also ohne Frühstück um 7:15 ablegen. Der Kurs ist etwas unangenehm, aber für unsere Verhältnisse ganz gut auszuhalten. Nach zwei Stunden konnten wir den Motor ausmachen und erst mit 2 Reffs, später mit vollen Segeln, wieder herrlich segeln. Nun gibt es ein Müslifrühstück und die Trauben und Johannisbeeren, die Henni und Leif gestern aus ihrem Garten mitgebracht haben.

Gegen Mittag schlägt der Wind um und schläft dann völlig ein. Also Motor an. Eine Tasse Kaffee ist nun angebracht. Unser Weg führt von Hov über Endelave, Juelsminde, vorbei am Vejlefjord, Æbelø und Fredericia in den Kleinen Belt.

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Wir wollen im alten Hafen von Middelfart festmachen. Im Kleinen Belt herrscht starke Strömung und wir kommen nur mit 3 kn voran. Mittlerweile ist es diesig und nur der Fahrtwind bringt ein wenig Abkühlung. Und wir sehen Tümmler, die sich ein paar Meter neben der Sintra aus dem Wasser wagen. Bestimmt Nachkommen der Tümmler, die in der Zeit vom 16. bis zum 19. Jahrhundert so wichtig für die Stadt waren. Begehrt waren die Tümmler wegen des Trans, der als Lampenöl verwendet wurde. Sogar die Straßenbeleuchtung von Middelfart wurde bis weit in das 19. Jahrhundert hinein damit gespeist. Als das Petroleum sich immer mehr durchsetzte, wurden immer weniger Tümmler gejagt und die Tümmlerfängergilde schließlich aufgelöst.

Dann sehen wir die große Brücke, die die Insel Fünen mit Jütland  verbindet.  Ein beeindruckendes Bauwerk.  Ich kann mir nicht vorstellen, daß wir mit unsrem 12m-Mast drunter durch fahren können.  Natürlich geht es!  Hier kommt man sich vor wie auf einem großen See. Vor uns liegt Middelfart und rechts davon die Eisenbahnbrücke. Wir fahren in den Gammelhavn ein und finden einen Platz an der Pier und einen freundlichen Dänen, der uns die Leinen  annimmt. Dann genehmigen wir uns Kaffee und Kuchen im Café Razzia, gehen durch die Einkaufsstraße und kaufen fürs Abendessen ein. Es gibt Bratkartoffeln von neuen dänischen Kartoffeln, Schnitzel mit Käsesoße und eine norwegischen Gurkensalat nach Stianson. Mhm lecker.

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Grenaa und weiter nach Hov

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Heute wieder Sonne! Wir wachen kurz vor 6 Uhr auf. Die Polen neben uns laufen mit ihrem schönen Segelboot schon kurze Zeit später aus. Ihnen folgt das deutsche Boot daneben. Wir frühstücken mit frischen Brötchen aus der Eberle-Küche (dem Landstrom sei gedankt) und dann machen auch wir uns fertig zum Auslaufen. Wir wollen heute Hov erreichen. Dort haben wir uns mit Henni und Leif aus Horsens verabredet und wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit ihnen.

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Es wird ein schöner, sonniger Tag auf See. Ich weiß nicht woran es liegt, aber heute ist uns zum Singen zumute. Lauter alte Seemannslieder singen wir einmal sogar zweistimmig. Es gibt wieder den obgligatorischen Nachmittagskaffee heute mit Kokosringen. Und Ritas unermüdliche Angelversuche werden heute mit einer Makrele belohnt.
Pünktlich um 18 Uhr treffen wir im Hafen von Hov ein. Und am Steg stehen Henni und Leif und nehmen unsere Vorleinen an. Perfektes Timing.
Nach einem Begrüssungstrunk auf der Sintra gehen wir gemeinsam essen. Es wird ein sehr netter Abend. Herzlichen Dank ihr beiden.

Hals und weiter gehts nach Grena

Heute gibts kein Foto vom Sonnenaufgang da der Himmel ziemlich grau ist.

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Träge flattert unsere Flagge am Heck (ja, eigentlich holt man die zum Sonnenuntergang rein). Alles ganz ruhig. Die Restaurants, die Ishusets und alle Geschäfte sind geschlossen. Der Parkplatz leer, alle Tagestouristen kommen erst später. Im Hafen reiht sich Schiff an Schiff. Alle Bewohner schlafen. Hin und wieder sieht man einen Frühaufsteher zur Toilette oder Dusche gehen. Manchmal sieht man die ersten Frauchen oder Herrchen mit ihren Lieblingen Gassi gehen. Einen Renter hat die senile Bettflucht zu einer Spazierfahrt auf seinem Fahrrad überredet. An Bord der Sintra ist der Kaffee schon in der Thermoskanne und Rita hat schon die zweite Tasse getrunken. Reiner schläft noch wohlig in seine Bettdecke gehüllt.

Wir starten mit gutem Wind. Leider kommt er uns unterwegs abhanden und wir müssen eine Strecke den Motor zu Hilfe nehmen. Nachmittags gibts Dänische Teilchen und einen Kaffee. So lässt es sich aushalten! Wir überlegen, ob wir es schön fänden, wenn der nächste Hafen unser Heimathafen wäre und kommen zur übereinstimmenden Meinung: Nein! Diese Zeit wollen wir noch geniessen.
Der Leuchtturm vor Grenaa ist schon zu sehen, da ziehen dunkle Wolken auf und Reiner seine Segelkleidung an. Aber es sind nur ein paar Tropfen und so kommen wir gut im Hafen an und finden ein nettes Plätzchen neben einem polnischen Segelboot. Der Hafen ist gut organisiert und wir genehmigen uns eine Lachspizza zum Abendessen.

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Saeby bis Hals am Limfjord

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Mit diesem schönen Sonnenaufgang verabschieden wir uns von Saeby. Gestern Abend haben wir noch dem allabendlichen Trompetenkonzert zum Sonnenuntergang gelauscht. Heute Morgen scheint zwar die Sonne aber es kommt mir lausig kalt vor. Der Wind wird mit 3 abgegeben, aber als wir auf Meer kommen, können wir schnell den Motor abschalten und schön segeln. Unser Ziel ist eigentlich Grenaa, aber der Wind dreht auf Süd und so nehmen wir Kurs auf Hals am Eingang vom Limfjord. Vor der Hafeneinfahrt probiert sich Rita nochmal im Angeln, leider erfolglos.
Wir finden wider Erwarten einen netten Platz, entrichten unsere Hafengebühr und gehen einkaufen. Wir finden ein MENY, welches wir schon aus Norwegen kennen. Ein Eis im Ishuset und und dann geniessen wir die letzten Sonnenstrahlen und können sogar noch an Deck essen. Reiner raucht ein Pfeifchen (von einem Pfeifenmacher in Saeby gekauft) und genehmigt sich den letzten Whisky.

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